Abenteuer Forschung
17. - 19. Mai 2023
Röko Wiesbaden
1. März - 24. Juni 2023
Röko Digital
Jetzt anmelden zum RÖKO DIGITAL

Einladung zum 104. Deutschen Röntgen­kongress

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Abenteuer Forschung!“ – so lautet das Motto des 104. Deutschen Röntgen­kongresses 2023.
Hinter diesem Motto steckt nicht nur meine eigene langjährige Leiden­schaft für Wissen­schaft in der Radiologie, sondern auch die Einsicht, dass Forschung die Lebens­grundlage eines jeden medizinischen Fachs ist. Ohne eigene Forschung wird ein Fach über kurz oder lang in der Bedeutungs­losigkeit verschwinden. Forschung ist damit wesentlicher Baustein unserer Zukunfts­sicherung.

Univ.-Prof. Dr. Christiane Kuhl
Univ.-Prof. Dr. Christiane Kuhl
Kongress­präsidentin 2023

Forschung ist ein Abenteuer, weil man vorher nie weiß, wohin es führen und wie es ausgehen wird. Wenn man den Mut hat, sich darauf einzulassen, und versteht, dass Rückschläge und Scheitern einfach dazugehören – dann kann etwas wirklich Großes entstehen.

Forschung ist ein Teamsport. Ob als Natur­wissen­schaftlerin oder Natur­wissen­schaftler, als MTR oder als Radiologin oder Radiologe, ob als Berufsanfängerin oder alter Hase: Jede und jeder ist angesprochen und herzlich eingeladen, mitzuwirken!

Dieser Röntgenkongress soll die Forschung in unserem Fach feiern – ihre ganze Vielfalt an Themen und Vorgehensweisen. Das spiegelt sich auch im Programm des RÖKO 2023 und in der Wahl der Schwerpunktthemen wider. Diese lauten: „Forschung in Klinik – und Praxis!“, „Präzisionsmedizin: Prävention, Prädiktion, Prognostikation“ und „Interdisziplinäre Behandlungskonzepte“. Was ist damit gemeint?

Mit dem Thema „Forschung in Klinik – und Praxis!“ möchte ich Ihren Blick in zwei Richtungen lenken: Zum einen will ich gemeinsam mit Ihnen beleuchten, dass Wissenschaft nicht nur an Universitäten oder Forschungs­einrichtungen möglich ist. Warum sollen nicht auch Radiologinnen und Radiologen in der Niederlassung mitwirken? Hier bleiben bisher unendlich viele Chancen ungenutzt. Zum anderen möchte ich der Frage nachgehen, wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Techniken schneller in Klinik und Praxis Einzug halten können, d.h. wie die klinische Translation von Forschungs­ergebnissen besser gelingen kann.

Der „Präzisionsmedizin“, d.h. der individualisierten oder personalisierten Medizin, gehört die Zukunft — auch wenn sie derzeit noch in den Kinderschuhen steckt. Präzisions­medizin benötigt verbesserte Früherkennung (Prävention), um die Effektivität zielgerichteter Therapien entscheidend zu verbessern. Präzisions­medizin benötigt zudem Methoden, die das Ansprechen einer Erkrankung auf eine gezielte Therapie verlässlich vorhersagen können (Prädiktion). Schließlich benötigt sie Methoden, die sowohl die Erkrankung als auch den Erkrankten besser charakterisieren, um die Behandlungs­würdigkeit einer Erkrankung wie auch die Behandel­barkeit eines Patienten zuverlässig einstufen zu können (Prognostikation).

Das Plakat zum 104. Deutschen Röntgenkongress

Hier ist die Radiologie gefordert, Imaging Biomarker zu etablieren, die die benötigten Informationen liefern – durch KI-Analyse vorhandener Bilddaten­sätze, aber auch durch die systematische Entwicklung neuer Methoden der funktionellen Bildgebung.

Das Schwerpunktthema „Interdisziplinäre Behandlungs­konzepte“ rückt die Rolle der Radiologie in ihrem klinischen Kontext in den Mittelpunkt. Wir Radiologinnen und Radiologen sind keine Dienstleister für die Bilddaten­erzeugung zur Nutzung durch Dritte. Wir sind Kliniker: Ärztinnen und Ärzte, die mittelbar oder unmittelbar an der Behandlung von Patienten mitwirken. Mitwirkung bedeutet nicht, dass wir nur eine Nebenrolle spielen. Vielmehr erfordert die differenzierte Behandlung einer immer größer werdenden Zahl von Erkrankungen die Expertise mehrerer, gleicher­maßen verantwortlicher Fachrichtungen. Wir sollten uns dieser Verantwortung stellen. Ich wünsche mir zu diesem Schwerpunktthema Beiträge, die diese unsere Rolle illustrieren, damit sie wieder mehr in den Vordergrund unseres beruflichen Selbst­verständnisses rückt.

Freuen Sie sich auf lebhafte, spannende Sitzungen mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten, in denen wir uns über diese und viele andere Themen austauschen werden!

Der 104. Deutsche Röntgenkongress setzt sich wie schon im letzten Jahr aus zwei Bestandteilen zusammen.

Der RÖKO DIGITAL findet vom 1. März 2023 bis zum 24. Juni 2023 statt. Mittwochs, donnerstags und samstags werden die Arbeits­gemeinschaften und Foren der DRG sowie die Fachgesellschaften DGNR, DeGIR und die VMTB/DGMTR radiologische Fortbildung in ihrer gesamten Breite anbieten. Alle Webinare werden aufgezeichnet und sind für DRG-Mitglieder, die den RÖKO DIGITAL gebucht haben, in conrad, der digitalen Lernplattform der DRG, abrufbar.

Der Präsenzkongress RÖKO WIESBADEN findet wie gewohnt über Christi Himmelfahrt vom 17. bis zum 19. Mai 2023 im RheinMain CongressCenter (RMCC) statt. Hier präsentieren die AGs, Foren und Netzwerke sowie die genannten Fach­gesellschaften ihre jeweiligen „hot topics“ zur Fortbildung. Zudem wird es neben wissenschaftlichen Sitzungen viele interaktive Veranstaltungen in innovativen Formaten zu hochaktuellen Themen geben. Schließlich freuen wir uns, Ihnen in der Industrie-Ausstellung Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Techniken bieten zu können. Genauso wichtig ist für uns alle, die Möglichkeit zu nutzen, auf dem Präsenzkongress Kolleginnen, Kollegen und Freunde zu treffen und die radiologische Gemeinschaft zu erleben.

Sie können sich sowohl für RÖKO DIGITAL als auch für RÖKO WIESBADEN separat anmelden. Meine Empfehlung ist jedoch: Nehmen Sie an beiden Formaten teil, um von diesem aufeinander abgestimmten, sich perfekt ergänzenden Programm­angebot zu allen relevanten Fortbildungs-, Wissenschafts- und berufspolitischen Themen zu profitieren.

Machen Sie mit beim 104. Deutschen Röntgenkongress 2023.
Ich freue mich auf Sie!

Mit herzlichen Grüßen

Univ.-Prof. Dr. Christiane Kuhl