WISS 203

Interventionelle Radiologie TIPS und PTCD und andere Spezialverfahren

Interventionelle Radiologie TIPS und PTCD und andere Spezialverfahren
Donnerstag, 26. Mai 2022 · 15:30 bis 17:00 Uhr
26
Mai

Donnerstag, 26. Mai 2022

15:30 bis 17:00 Uhr · Raum: Studio 1.2 A+B  in Kalender übernehmen:   iCal  ·  Google

Veranstaltungsdetails

Veranstalter
Deutsche Röntgengesellschaft e.V
Art
Wissenschaftliche Sitzung
Thema
Interventionelle Radiologie

Zertifizierungen

Informationen

Moderation
Annette Förschler (Berlin)
Mareike Franke (Stade)

Ablauf

15:45 - 15:50

Vortrag (Wissenschaft)

Beurteilung des technischen und klinischen Erfolges der perkutanen transhepatischen Drainage (PTCD) im Rahmen der Behandlung einer postoperativen biliären Insuffizienz mittels Eskalationsstrategie.

Mohammed Misbahuddin-Leis

weitere Autoren

Kriztina Dubasz (Hof) / Muzaffer Javeed Ankolvi (Hof) / Manisha Mishra (Hof) / Christian Graeb (Hof) / Boris Radeleff (Hof)

Zielsetzung

Die operative Behandlung der postoperativen Insuffizienz in den Gallengängen, BDA und Zystikusstumpf ist mit einer hohen Morbidität (22 - 37%) und Mortalität (3 - 18%) verbunden. Die Insuffizienz der biliodigestiven Anastomose (BDA) ist mit 0 bis 5% und die des Cysticusstumpf mit 0,3 bis 3% eine häufige Komplikation nach den diversen biliodigestiven Eingriffen an Leber und Pankreas.

Material und Methoden

Wir analysierten retrospektiv (vom 1.1.2018-1.10.2021) 24 Patienten (9 Männer, 15 Frauen, Durchschnittsalter 69,33 ± 12,08 Jahre (Range 45-93), die mit einer postoperativen Insuffizienz der Gallengänge von der viszeralchirurgischen Abteilung zur interventionellen radiologischen Behandlung der Insuffizienz überwiesen wurden. Sie erhielten eine PTCD mit einer Eskalationstrategie (6-12F) und individuell von Hand angepasster Drainage (seitliche Drainagen-Löcher unter Ausparung der Insuffizienz) und ggf. zusätzliche perkutane interventionellen Zieldrainagen bei perihepatischen Biliome.

Ergebnisse

Insgesamt führten wir bei den 24 Patienten 117 Eingriffe (PTCD und Drainagen) durch. Die durchschnittliche interventionelle Therapie dauerte 56,87 ± 68,48 Tage (Range 2-239). Wir fanden eine technische Erfolgsrate von 95,83 % und eine klinische Erfolgsrate von 58,3 % (Erfolg bei 15 Patienten, erfolglos bei 2, Abbruch unter laufender interventioneller Therapie in 7). Es traten 2 (8,80 %) schwere Komplikationen nach den Interventionen (2 Leberhämatom) auf, aber keine interventionsbedingte Mortalität.

Schlußfolgerungen

Der Einsatz von PTCD mittels Eskalationsstrategie führt bei der Behandlung der postoperativen Galleninsuffizienz bei einem hohen Prozentsatz der Patienten zur Ausheilung, ohne dass eine operative Versorgung erforderlich wird.

Teilnahme Young Investigator Award

15:50 - 15:55

Vortrag (Wissenschaft)

Behandlung von Galleleckagen nach pädiatrischer Lebertransplantation mittels perkutaner transhepatischer Cholangiodrainage

Michael Doppler (Freiburg)

weitere Autoren

Frank Brennfleck (Regensburg) / Stefan Brunner (Regensburg) / Holger Gößmann (Leipzig) / Christin Fürnstahl / Wibke Uller (Freiburg)

Zielsetzung

Ziel dieser Fallserie war die Evaluation des therapeutischen Erfolgs der Behandlung von Galleleckagen mittels perkutaner transhepatischer Cholangiodrainage (PTCD) nach pädiatrischer Lebertransplantation (pLTX).

Material und Methoden

In diese retrospektive Fallserie wurden alle pädiatrischen Patienten eingeschlossen, die nach pLTX eine Galleleckage entwickelten und im Zeitraum zwischen Oktober 2008 und April 2019 mittels PTCD behandelt wurden. Wenn cholangiographisch kein Galleleck mehr nachgewiesen werden konnte, galt die PTCD-Therapie als erfolgreich.

Ergebnisse

10 pädiatrische Patienten (3 männliche und 7 weibliche Patienten) wurden in die Fallserie eingeschlossen. 3 Patienten wurden aufgrund einer Insuffizienz an der Choledochocholedochostomie und 7 Patienten wurden aufgrund von Insuffizienzen der Hepatikojejunostomie mittels PTCD behandelt. Das Alter der Patienten lag zwischen 0,4 und 16,56 Jahren (Mittel: 6 ± 6,4 Jahre; Median: 2,4 Jahre). Im Mittel begann die PTCD-Behandlung 40,3 (± 31,7) Tage nach der pLTX (Median: 36 Tage; Range: 5 - 121 Tage). Die Dauer der PTCD-Behandlung betrug mindestens 15 und maximal 304 Tage (Mittel: 109,7 ± 103,6 Tage; Median: 73 Tage). Die Zielgröße der PTCD lag zwischen 6 und 12 F (Mittel: 8,6 ± 2; Median: 8,5). Im Rahmen der PTCD-Therapie traten keine Majorkomplikationen auf. Die Therapie der Galleleckagen mittels PTCD war in allen Fällen erfolgreich. Während des Follow-ups (Median: 3 Jahre, Range: 1,7 Monate - 6,7 Jahre, Mittel: 3,2 ± 2,2 Jahre) traten keine Rezidivinsuffizienzen auf.

Schlußfolgerungen

Die perkutane transhepatische Cholangiodrainage ist eine sehr erfolgreiche Therapieoption von Galleleckagen auch nach pädiatrischer Lebertransplantation.

Teilnahme Young Investigator Award

15:55 - 16:00

Vortrag (Wissenschaft)

Effektivitätsanalyse eines 3D Bewegungskorrekturalgorithmus in während transarterieller Chemoembolisation akquirierter C-Arm Computertomographien mit eingeschränkter diagnostischer Bildqualität

Lena Sophie Becker (Hannover)

weitere Autoren

Christian von Falck (Hannover) / Cornelia Dewald (Hannover) / Thomas Werncke (Hannover) / Sabine Maschke (Hannover) / Bernhard Meyer (Hannover) / Frank Wacker (Hannover) / Jan Hinrichs (Hannover)

Zielsetzung

Analyse der Effektivität und der Einflussfaktoren eines 3D-Bewegungskorrektur-Algorithmus, angewendet auf C-Arm CTs (CACT) aus transarteriellen Chemoembolisationen(TACE) mit eingeschränkter diagnostischer Bildqualität (BQ).

Material und Methoden

Von 1/15-5/21 wurden 644 CACT in TACE-Patienten durchgefürt, von denen 27 CACT in 26 Patienten (18m; 69.7±10.7 J) aufgrund ihrer eingeschränkten BQ Einschluss fanden. Die Post-Prozessierung der Rohdaten (CACT_Org) beinhaltete die Applikation des Bewegungskorrektur-Algorithmus und die Segmentation der Knochen (CACT_postproc). Vier Leser unterschiedlichen Ausbildungs- und Erfahrungsstatus wählten zwischen den un- und bearbeiteten Datensätzen ihren favorisierten aus und notierten die Empfehlung zur Wiederholung im Falle fehlenderdiagnotischer Aussagekraft. Leser 1,2 führten zudem ergänzende Benotungen der intrahepatischen Gefäßdarstellung, dem Vorliegen und Ausmaß bewegungs-assoziierter Artefakte sowie der allgemeinen BQ durch.

Ergebnisse

Leser 1-4 gaben 24/27 CACT_Postproc ggü. CACT_Org den Vorzug (p<0.001). Es profitierten insbesondere CACT mit niedrigem prenchymalem und hohem intraarteriellem Kontrast von der Anwendung des Algorithmus. Die Postprozessierung der CACTs ergab eine signifikante Verbesserung der BQ von Note 2.63(CACT_Org) auf 1.39 (CACT_Postproc, p<0.001) und eine verbesserten Abgrenzbarkeit der subkapsulären hepatischen Gefäße. Leser 1,2 hatten hinsichtlich der allgemeinen BQ und der fünfgliedrigen Gefäßvisualisierungsskala eine exzellente Übereinstimmung (ICC 0.79 bzw. 0.78, p<0.001); gute Übereinstimmung (ICC 0.73) bestand für den Nachweis von Bewegungsartefakten. Wiederholungen des CACT wurden häufiger von weniger erfahrenen Lesern empfohlen (n=8 vs. n=3).

Schlußfolgerungen

Die Anwendung des 3D-Bewegungskorrektur-Algorithmus führte zu einer signifikanten Verbesserung in CACTs limitierter Bildqualität, welche während TACE-Interventionen akquiriert wurden, ggf. mit der Konsequenz einer geringeren Wiederholungsrate und verbesserten Durchführbarkeit der Therapie.

Teilnahme Young Investigator Award

16:00 - 16:05

Vortrag (Wissenschaft)

Quantitativer Washout bei Patienten mit hepatozellulärem Karzinom und transarterieller Chemoembolisation: Ein bildgebender Biomarker für die Prognosevorhersage?

Lukas Müller (Mainz)

weitere Autoren

Felix Hahn (Mainz) / Florian Jungmann (Mainz) / Aline Mähringer-Kunz (M) / Fabian Stöhr (Mainz) / Moritz Halfmann (Mainz) / Daniel Pinto dos Santos (Köln) / Jan Hinrichs (Hannover) / Timo Alexander Auer (Berlin) / Christoph Düber (Mainz) / Roman Kloeckner (Mainz)

Zielsetzung

Die "delayed percentage attenuation ratio" (DPAR) wurde kürzlich als neuer Prädiktor für ein frühes vollständiges Ansprechen bei Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (HCC) unter Therapie mittels transarteriellen Chemoembolisation (TACE) identifiziert. Ziel dieser Studie war es, die Rolle der DPAR als prädiktiver Biomarker für das kurz-, mittel- und langfristige Überleben nach TACE zu untersuchen.

Material und Methoden

Retrospektiv wurden die Labor- und Bildgebungsdaten von 103 therapienaiven Patienten mit HCC und initialer TACE in unserem tertiären Versorgungszentrum zwischen Januar 2016 und November 2020 untersucht. DPAR und andere "Wash-in"- und "Wash-out"-Indizes wurden in der triphasischen Computertomographie vor der ersten TACE quantifiziert. Der Einfluss der DPAR auf die 6-, 12-, 18- und 24-Monats-Überlebensraten und das mediane Gesamtüberleben wurde mit anderen Biomarkern zur Schätzungen der Tumorlast und der Restleberfunktion verglichen.

Ergebnisse

Die DPAR war signifikant höher bei Patienten, die die ersten 6 Monate nach der TACE überlebten (122 vs. 115, p=0,04). Darüber hinaus war die Zahl der Patienten mit einem DPAR > 120 in dieser Gruppe signifikant höher (n=38 vs. n=8; p=0,03). Es wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede in den 12-, 18- und 24-Monats-Überlebensraten nach der ersten TACE beobachtet. Hinsichtlich des medianen OS lag kein signifikanter Unterschied zwischen Patienten mit einer hohen DPAR im Vergleich zu denen mit einer niedrigen DPAR (18,7 Monate vs. 12,7 Monate, p=0.260) vor.

Schlußfolgerungen

Unsere Ergebnisse bestätigen die DPAR als einen relevanten "Wash-out"-Index für die Vorhersage des kurzfristigen Überlebens von Patienten mit HCC nach TACE. Allerdings waren weder DPAR noch andere "Wash-out"-Indizes ein relevanter Prognosefaktor für das mittel- und langfristige Ergebnisse nach TACE.
16:05 - 16:25

Diskussion

Diskussion

16:25 - 16:30

Vortrag (Wissenschaft)

Prävalenz und prognostische Relevanz der klinisch evidenten portalen Hypertonie bei Patienten mit hepatozellulärem Karzinom und transarterieller Chemoembolisation

Lukas Müller (Mainz)

weitere Autoren

Felix Hahn (Mainz) / Aline Mähringer-Kunz (Mainz) / Fabian Stoehr (Mainz) / Simon Johannes Gairing (Mainz) / Friedrich Foerster (Mainz) / Arndt Weinmann (Mainz) / Peter Robert Galle (Mainz) / Jens Mittler (Mainz) / Daniel Pinto dos Santos (Köln) / Michael Pitton (Mainz) / Christoph Düber (Mainz) / Uli Fehrenbach (Berlin) / Timo Alexander Auer (Berlin) / Bernhard Gebauer (Berlin) / Roman Kloeckner (Mainz)

Zielsetzung

Die klinisch evidente portale Hypertension (KEPH) ist ein relevanter prognostischer Faktor für Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (HCC). Es ist jedoch wenig über den prognostischen Einfluss der KEPH auf das langfristige Ergebnis von Patienten mit HCC nach Therapie mittels transarteriellen Chemoembolisation (TACE) bekannt. In dieser Studie wurden die Prävalenz und der prognostische Einfluss von KEPH bei Patienten mit HCC und TACE untersucht.

Material und Methoden

Diese retrospektive Studie umfasste 349 therapienaive Patienten mit HCC, die zwischen Januar 2010 und November 2020 an unserem tertiären Versorgungszentrum eine erste TACE-Therapie erhalten habe. KEPH wurde definiert als eine Kombination aus Aszites, Ösophagus-/Gastriumvarizen, Splenomegalie und Thrombozytenzahl. Der Einfluss der KEPH und der sie definierenden Faktoren auf das mediane Gesamtüberleben wurde zunächst univariat untersucht. Anschließend wurde die Auswirkungen von KEPH mit bekannten prognostischer Faktoren in einer multivariaten Analyse verglichen. Es erfolgte zudem eine externe Validierung der Ergebnisse an einer Kohorte von 60 Patienten eines weiteren tertiären Versorgungszentrums.

Ergebnisse

Eine KEPH lag bei 241 (69,1 %) Patienten vor. Die mediane Überleben betrug 10.6 Monate für Patienten mit KEPH und 17.1 Monate für Patienten ohne CEPH (p=0.036).
In der multivariaten Analyse war CEPH kein signifikanter Risikofaktor für das Gesamtüberleben (p=0,190). Von den CEPH-definierenden Faktoren war lediglich Aszites in ein unabhängiger Prognosefaktor.

Schlußfolgerungen

KEPH lag bei mehr als zwei Dritteln der Patienten vor. Patienten mit KEPH hatten in der univariaten Analyse ein signifikant schlechteres Gesamtüberleben nach TACE. Allerdings ergab sich in der multivariate Analyse keine Signifikanz. Das Vorliegen von Surrogaten der portalen Hypertension alleine sollte deshalb nicht zu einem Ausschluss von einer TACE-Therapie führen, wenn diese als onkologisch sinnvoll erachtet wird.
16:30 - 16:35

Vortrag (Wissenschaft)

Einfluss von Aspirin auf das transplantationsfreie Überleben nach der Anlage eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS): eine retrospektive multizentrische Analyse

Philipp Schindler (Münster)

weitere Autoren

Leon Louis Seifert (Münster) / Max Masthoff (Münster) / Christian Jansen (Bonn) / Carsten Meyer (Bonn) / Christian Wilms (Münster) / Michael Schultheiß (Freiburg) / Dominik Bettinger (Freiburg) / Jonel Trebicka (Frankfurt (Main)) / Hauke Heinzow (Trier) / Michael Köhler (Münster) / Moritz Wildgruber (München)

Zielsetzung

Evaluation des Einflusses von Aspirin (Acetylsalicylsäure) auf das transplantationsfreie Überleben bei Patienten mit transjugulärem intrahepatischem portosystemischem Shunt (TIPS).

Material und Methoden

Alle Patienten, die zwischen 2013 und 2018 an drei universitären Leberzentren einen TIPS erhielten (n=814), wurden retrospektiv analysiert. N=587 Patienten wurden je nach Aspirin-Gabe nach TIPS stratifiziert (Aspirin-Kohorte, n=163; kein Aspirin-Kohorte, n=424) und zur Validierung in zwei gematchte Kohorten (Propensity-Scoring) unterteilt. Primärer Endpunkt der Studie war das transplantationsfreie Überleben 12 Monaten nach TIPS. Zu den sekundären Endpunkten gehörten das Auftreten einer hepatischen Enzephalopathie (HE), das Wiederauftreten der primären TIPS-Indikation und die TIPS-Re-Interventionsrate im 12-Monats-Follow-up.

Ergebnisse

Die Gabe von Aspirin verbesserte das transplantationsfreie Überleben 12 Monate nach TIPS (Aspirin-Kohorte, 90,8 % vs. kein Aspirin-Kohorte, 76,6 %; p<0,001). HE trat in der Aspirin-Kohorte häufiger auf (p=0,014). Die Häufigkeit des Wiederauftretens der primären TIPS-Indikation (p=0,612) und die TIPS-Re-Interventionsrate (p=0,406) wurden durch die Aspirin-Gabe nicht beeinflusst.

Schlußfolgerungen

Diese retrospektive Multicenterstudie liefert erste Daten, die einen positiven Effekt der Aspiringabe auf das transplantationsfreie Überleben bei TIPS-Patienten ohne Beeinträchtigung der TIPS-Funktion belegen.
16:35 - 16:40

Vortrag (Wissenschaft)

Kombinierte CT-Arterioportographie-Arteriosplenographie bei pädiatrischen Patienten mit portaler Hypertension: Vergleich mit der Standardschnittbildgebung und Ösophagogastroskopie

Simone Hammer (Regensburg)

weitere Autoren

Hans Jürgen Schlitt (Regensburg) / Wibke Uller (Freiburg) / Michael Christian Doppler (Freiburg)

Zielsetzung

Analyse der diagnostischen Zuverlässigkeit und des zusätzlichen Nutzens der kombinierten CT-Arterioportographie-Arteriosplenographie (CT AP-AS) im Vergleich zur Standardschnittbildgebung und Ösophagogastroskopie bei der Evaluation pädiatrischer Patienten mit portaler Hypertension (PH).

Material und Methoden

In die Studie wurden pädiatrische Patienten mit klinischen Zeichen einer PH eingeschlossen, bei denen eine CT AP-AS durchgeführt wurde und für die eine Standardschnittbildgebung (KM-CT und/oder KM-MRT) vorlag. Zwei Radiolog:innen bewerteten die Beurteilbarkeit der verschiedenen Untersuchungsmodalitäten bezüglich Offenheit des Pfortadersystems und der splenomesenterischen Venen. Das Vorhandensein von splenorenalen Shunts und Varizen wurde evaluiert und mit Ösophagogastroskopie-Befunden verglichen. In der CT AP-AS wurde der Hauptzufluss zu den venösen Kollateralen analysiert.

Ergebnisse

47 Schnittbilduntersuchungen (20 CT AP-AS, 16 KM-MRTs, 11 KM-CTs) und 12 Ösophagogastroskopie-Befunde von 20 Patienten wurden ausgewertet. Die CT AP-AS ermöglichte eine signifikant sicherere Beurteilung des extra- und intrahepatischen Pfortadersystems und der splenomesentischen Venen im Vergleich zur Kontrast-verstärkten MRT (p<0.001). Splenorenale Shunts wurden in der CT AP-AS signifikant häufiger detektiert als in der KM-MRT (p=0.008). Im Vergleich zur KM-CT ermöglichte die CT AP-AS eine sicherere Beurteilung des extra- und intrahepatischen Pfortadersystems (p=0.008 und p<0.001). Nur mittels CT AP-AS konnte der venöse Hauptzufluss zu Varizen evaluiert und zusätzliche Magen-/Duodenalvarizen detektiert werden.

Schlußfolgerungen

Die CT AP-AS war der Standardschnittbildgebung bezüglich zuverlässiger Beurteilbarkeit der Offenheit portosplenomesenterischer Venen überlegen. Mittels CT AP-AS wurden zusätzliche splenorenale Shunts und Varizen detektiert, der venöse Hauptzufluss zu abdominellen Varizen konnte evaluiert werden. Dementsprechend kann die CT AP-AS zur weiteren interventionellen/chirurgischen Therapieplanung herangezogen werden.
16:40 - 16:45

Vortrag (Wissenschaft)

Wirksamkeit und Sicherheit der Kontrolle einer akuten Hämoptyse mittels Kleberembolisation: Eine retrospektive Studie und Vergleich mit der aktuellen Literatur

Mohammed Shamseldin (Erfurt)

weitere Autoren

Jens-Uwe Bauer (Erfurt) / Jörg Kluge (Erfurt) / Ralf Puls (Erfurt)

Zielsetzung

Eine retrospektive Bewertung der kurzfristigen Wirksamkeit und Sicherheit der Verwendung von Kleberembolisation nämlich n-Butyl-2-cyanacrylat (NBCA) bei Embolisation der Brochnialarterien (BAE) zur Kontrolle einer akuten Hämoptyse und Vergleich der Ergebnisse mit der verfügbaren Literatur.

Material und Methoden

Von November 2014 bis Juni 2021 wurden nach Versagen der bronchoskopischen Therapie bei 33 Patienten mit akuter Hämoptyse insgesamt 37 BAE durchgeführt. Das Durchschnittsalter betrug 56 Jahre (21-86 Jahre) mit 22 männlichen und 11 weiblichen Patienten.
Die genaue Lokalisation der Blutung erfolgte anhand der initialen flexiblen Bronchoskopie-Befunde. Eine thorakale CTA wurde durchgeführt, um den Verlauf der angezielten Bronchialarterie und die Ursache der Hämoptyse zu identifizieren.
Die Embolisation erfolgte dann in den meisten Fällen (n = 35) ausschließlich mit NBCA. NBCA wurde selten in Kombination Coils (n=1) bzw. mit Partikeln Coils (n=1) eingesetzt. Das Verhältnis von NBCA zu Lipiodol reichte von 1:3 bis 1:8, wobei die 1:4-Mischung am häufigsten verwendet wurde.
Eine bronchoskopische postinterventionelle Kontrolle wurde routinemäßig innerhalb von 24 Stunden durchgeführt.

Ergebnisse

Technischer Erfolg war in 100 % der Fälle möglich. Klinischer Erfolg wurde bei 94,6 % BAE (n = 35) erreicht.
Die Mortalitätsrate aufgrund einem hämorrhagischen Schock betrug 5,4 % mit zwei Todesfällen innerhalb von 48 Stunden nach der BAE. Eine therapiebedingte geringfügige Komplikation trat mit einer temporären bronchoskopischen Ischämie der Bronchialschleimhaut auf, die sich am nächsten Tag spontan auflöste (2,7%). Es traten keine therapiebedingten Major-Komplikationen auf (0 %).
Eine Reperfusion des embolisierten Gefäßes trat bei keinem der Patienten auf (0%). Eine Wiederholung der Angiographie war bei 4 Patienten notwendig. Drei Patienten beruhten auf einer Blutung von derselben Seite aus zwei verschiedenen Arterien. Der vierte Patient unterzog sich BAE auf beiden Seiten zu zwei verschiedenen Gelegenheiten im Abstand von zwei Monaten.

Schlußfolgerungen

Trotz früherer Bedenken hinsichtlich seiner Sicherheit und Angst vor ischämischen Komplikationen, basierend auf Fallberichten aus den 1980er Jahren und im Einklang mit den verfügbaren neueren Studien, einschließlich eines Vergleichs zwischen BAE mit NBCA und Partikelembolisation, beschließen wir, dass NBCA ein äußerst sicheres und wirksames embolisches Material ist, das in erster Linie bei BAE-Verfahren zur Behandlung von Hämoptyse in Betracht eingesetzt werden soll auch gegen Partikelembolisation bevorzügt.

Teilnahme Young Investigator Award

16:45 - 17:05

Diskussion

Diskussion

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