Wissenschaftliche Sitzung

Interventionelle Radiologie - Prostata-Embolisation

Interventionelle Radiologie - Prostata-Embolisation
Samstag, 11. Juni 2022 · 12:00 bis 12:30 Uhr
11
Juni

Samstag, 11. Juni 2022

12:00 bis 12:30 Uhr · ZoomWebinar  in Kalender übernehmen:   iCal  ·  Google

Veranstaltungsdetails

Veranstalter
Deutsche Röntgengesellschaft e.V
Art
Wissenschaftliche Sitzung
Thema
Interventionelle Radiologie, Uroradiologie / Urogenitaldiagnostik

Zertifizierungen

Informationen

Moderation
Tobias Franiel (Jena)

Ablauf

12:00 - 12:05

Vortrag (Wissenschaft)

Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS) mittels Prostataarterienembolisation: Potenzial der präinterventionellen MR-Angiographie zur Optimierung von Arbeitsablauf und klinischem Ergebnis

Thomas J. Vogl (Frankfurt a. M.)

weitere Autoren

Shirin El Nemr (Frankfurt am Main) / Leona Alizadeh (Frankfurt am Main) / Nour Eldin Nour Eldin (Frankfurt am Main)

Zielsetzung

Evaluation des Einflusses der präinterventionellen MR-Angiographie (MRA) auf die Prostataarterienembolisation (PAE) bezüglich Arbeitsablauf, Strahlendosis und klinischem Ergebnis.

Material und Methoden

259 Patienten (Mittelwert 68,28±8,69; Bereich 41-92) mit benignen Prostatasyndrom (BPS) schwerer Symptomatik, die sich zwischen 01/17 und 12/20 einer PAE unterzogen hatten, wurden retrospektiv untersucht. Eine präinterventionelle MRA wurde durchgeführt bei 137 Patienten vs. 122 Patienten ohne präinterventionelle MRA. MR-Bilder wurden hinsichtlich Prostataarterien (PA)-Ursprung, Volumetrie der Prostatadrüse und ADC-Werten evaluiert. Der Einfluss der MRA auf den Arbeitsablauf der PAE und die Strahlendosis wurde untersucht. International-Prostate-Symptom-Score (IPSS), Quality-of-Life (QoL) und International-Index-of-Erectile-Function (IIEF) wurden vor und nach PAE evaluiert, um die klinische Verbesserung zu untersuchen.

Ergebnisse

Der PA-Ursprung wurde in 100% der Fälle identifiziert (31% A. vesicalis inf., 27% A. pudenda int., 7% A. iliaca int., 8% A. obturatoria, 2% A vesicalis sup., 25% anderer Herkunft). Signifikante Unterschiede bezüglich Volumenreduktion (-20±13 ml mit MRA vs. -17±9 ml ohne MRA) und Reduktion des ADC-Wertes (-78±111 10-6mm2/s mit MRA vs. -45±99 10-6 mm2/s) s ohne MRA) wurden nachgewiesen. Der Arbeitsablauf während der PAE wurde aufgrund pathologischer Befunde bei der MRA bei 16 Patienten verändert. Strahlendosis (5518,54 ± 6677,97 µGym2 mit MRA vs. 23963,50 ± 19792,25 µGym2 ohne MRA) und Durchleuchtungszeiten (19,35 ± 9,01 min mit MRA vs 27,45 ± 12,54 min ohne MRA) waren mit MRA signifikant niedriger. Die MRA-Gruppe zeigte eine signifikant größere Verbesserung der IPSS-Reduktion (-11±8 Punkte mit MRA vs. -7±9 Punkte ohne), während QoL (-2±1 Punkte mit MRA vs. -2±2 Punkte ohne) und IEF (2 ±10 Punkte mit MRA vs. 1±11 Punkte ohne) keine signifikanten Unterschiede aufwiesen.

Schlußfolgerungen

Die präinterventionelle MRA verbessert den Arbeitsablauf und das klinische Ergebnis von PAE signifikant bei gleichzeitiger Reduktion der Strahlendosis.
12:05 - 12:10

Vortrag (Wissenschaft)

Mehrwert einer präinterventionellen MR-Angiographie vor Prostataarterienembolisation

Matthias Boschheidgen (Düsseldorf)

weitere Autoren

Lars Schimmöller (Düsseldorf) / Tim Ullrich (Düsseldorf) / Andrea Steuwe (Düsseldorf) / Peter Minko (Düsseldorf) / Peter Albers (Düsseldorf) / Gerald Antoch (Düsseldorf)

Zielsetzung

Kenntnisse über die anatomtischen Details sind wichtig für die Planung und Durchführung der Prostataembolisation (PAE) bei Patienten mit benigner Prostatahyperplasie (BPH). Ziel der Studie war es, den Nutzen der MRA vor Embolisation zu evaluieren und Parameter zu identifizieren, die die Strahlendosis und das Outcome beeinflussen.

Material und Methoden

In diese Studie wurden retrospektiv konsekutive Patienten mit PAE und präinterventioneller MRT inklusive MRA im Zeitraum von 03/2018 bis 03/2021 eingeschlossen. Parameter wie Bildqualität, Elongation, anatomischer Vesorungstyp (1-5) und definierte Abgangswinkel der versorgenden Arterien wurde in der MRA und DSA erfasst und mit technischen Parametern (u.a. Interventionszeit, Bestrahlungszeit, Dosisflächenprodukt, Kontrastmittelmenge) sowie dem Erfolg der Embolisation korreliert.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 78 Patienten final analysiert (Alter 71 ± 8 Jahre, medianer PSA 5,5 ng/ml). Die MRA konnte den Versorgungstyp der Arteria prostatica in 126/147 Fällen (86%) richtig identifizieren. Der Subtyp hatte keinen Effekt auf die DSA-Parameter. Im Gegensatz dazu zeigte sich ein signifikanter Effekt der Elongation auf die Sondierungszeit (p=0,02), Strahlendosis (p=0,05) und auf die Kontrastmittelmenge (p=0,02). Für den Abgangswinkel der Iliakalbifurkation zeigte sich eine moderate Korrelation zum Dosisflächenprodukt (r=0,30 links; r=0,34 rechts; p=0,01).

Schlußfolgerungen

Die Anfertigung einer MRA vor Beginn der Embolisation ermöglicht die zuverlässige Identifikation der Arteria prostatica und des anatomischen Subtyps. Die MRA gibt zudem eine gute präinterventionelle Einschätzung der Gefäßelongation, welche zu längeren Interventionszeiten und zu einer höheren Kontrastmitteldosis führt. Der Subtyp scheint keinen signifikanten Einfluss auf die Komplexität der Intervention zu haben.

Teilnahme Young Investigator Award

12:10 - 12:15

Vortrag (Wissenschaft)

Interrater Reliabilität der Klassifikation der Prostataarterie während der Prostataarterien-Embolisation und Einflussfaktoren auf die Embolisierbarkeit

Martin Zeile (Hamburg)

weitere Autoren

Christian R. Habermann (Hamburg) / Max Gerau (Hamburg)

Zielsetzung

In dieser retrospektiven single-center Studie wurde die Interrater Reliabilität der Klassifikation des Ursprungs der Prostataarterie (PA) nach de Assis et al. [CVIR 2015] überprüft. Außerdem wurde die Verteilung der Varianten an dem bisher größten untersuchten Kollektiv (519 Patienten) reevaluiert und Faktoren die die erfolgreiche Embolisation beeinflussen analysiert.

Material und Methoden

Eingeschlossen wurden alle BPH-Patienten die zwischen Mai 2018 und April 2021 mittels PAE an unserem Institut behandelt wurden. Die Ursprünge PA beider Hemipelvices wurden vom behandelnden interventionellen Radiologen (IR) und einem trainierten Arzt (TA) anhand von DSA und Cone-Beam-CT bestimmt und die Interrater Reliabilität (Cohens Kappa) wurde bestimmt. Im Falle eines Dissens wurde ein Konsensus durch den TA und zwei erfahrenen IRs mit je >15 Jahren Erfahrung für die weiteren Untersuchungen erwirkt. Die hieraus resultierende Verteilung wurde mit der Arbeit von de Assis und anderen verglichen. Alter, BMI, Variante der PA (Referenz: Typ 1) und IR wurden als Einflussfaktoren auf die Embolisierbarkeit untersucht.

Ergebnisse

1038 Prostataarterien in 519 Patienten (Alter 69,7±9,0 Jahre) wurden evaluiert. Die Verteilung auf PA Typen 1 bis 5 waren 42,4%, 12,8%, 16,1%, 24,4% und 4,3%. Die Interrater Reliabilität war sehr hoch mit κ=0,82 (p<0,001). Der BMI hat keinen Einfluss auf die Embolisierbarkeit. Negative Prädiktoren waren ein zunehmendes Alter (p<0,001) und ein IR mit <10 Jahren Erfahrung (p<0,001 bis p=0,007). Die PA Typen 3 und 4 (p<0,001; p=0,003) waren vergleichsweise leichter zu sondieren als eine Typ 1 PA, wobei die Typen 2 und 5 keine signifikanten Unterschiede zeigten (je p>0,05).

Schlußfolgerungen

Die Verteilung der PA Varianten weicht in unserer Studie erheblich von der initialen Studie von de Assis (n=268) ab. Die Reproduzierbarkeit der Klassifikation ist sehr gut. Die Embolisierbarkeit der PA wird signifikant von vom Alter des Patienten, der anatomischen Variante und der Erfahrung des Interventionalisten beeinflusst.
12:15 - 12:30

Diskussion

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