Case Report 103

Case Reports: Notfalldiagnostik und Muskulo

Case Reports: Notfalldiagnostik und Muskulo
Mittwoch, 25. Mai 2022 · 15:30 bis 15:50 Uhr
25
Mai

Mittwoch, 25. Mai 2022

15:30 bis 15:50 Uhr · Raum: Terrassensaal A  in Kalender übernehmen:   iCal  ·  Google

Veranstaltungsdetails

Veranstalter
Deutsche Röntgengesellschaft e.V
Art
Case Reports
Thema
Muskuloskelettale Radiologie, Notfalldiagnostik/ Intensivmedizin

Zertifizierungen

Informationen

Moderation
Charlotte Sonja Böttger (Düsseldorf)

Ablauf

15:30 - 15:33

Vortrag (Case-Report)

Eine herzzerreißende Spritztour: CT-Traumaspirale mit außergewöhnlicher Verletzung

Alexander Haenel (Lübeck)

weitere Autoren

Victoria Luise Sieber (Lübeck) / Jörg Barkhausen (Lübeck)

Einleitung

Die schnelle Sichtung und Kommunikation der relevanten Befunde bei Polytraumata kann für Radiologen eine Herausforderung darstellen. In dem hier geschilderten Fall präsentierte sich der Patient trotz dramatischem CT-Befund klinisch erstaunlich stabil.

Amamnese

Ein 55-jähriger Patient verunfallte mit einem Quad und stürzte dabei in eine Böschung. Bis zum Eintreffen des Notarztes konnte er sich selbst mobilisieren. In der initialen Untersuchung zeigten sich keine Prellmarken oder offene Verletzungen. Es wurden Schmerzen im Oberbauch und über der Brustwirbelsäule angegeben. Zu einer vorhandenen alten Sternotomienarbe konnte der Patienten keinerlei Auskünfte erteilen. Bei Hypotonie (90/60 mmHg) wurde der Patient vor Ort intubiert und über den Schockraum in unserer Klinik vorgestellt. Unter geringer Katecholamin- und Flüssigkeitszufuhr präsentierte sich der Patient bei Aufnahme kreislaufstabil. Wir entschieden uns für die Anfertigung einer CT-Traumaspirale in arterieller und portalvenöser Kontrastmittelphase. Hier zeigte sich eine ca. 1 cm lange durch das Perikard gedeckte Ruptur der apikalen Vorderwand des rechten Ventrikels (RV) mit begleitendem Hämatoperikard, bilaterale Lungenparenchym-Kontusionen, Hämatopneumothoraces und Rippenserienfrakturen. Es erfolgte die Indikationsstellung zur operativen Rekonstruktion des RV. Intraoperativ zeigten sich ausgedehnte perikardiale Verwachsungen bei unklarer kardialer Voroperation. Nach Ausräumung des Hämatoperikards, konnte der RV-Defekt mittels Filzstreifen versorgt werden. Der weitere klinische Verlauf gestaltete sich komplikationslos.

Diskussion

Bei Traumapatienten ist eine Myokardruptur mit 0,3 % - 1,1 % der Fälle eine seltene, jedoch meist tödliche Verletzung.1,2 Der RV ist aufgrund seiner anterioren Lage und der dünneren Wand häufiger betroffen.3 In dem hier geschilderten Fall haben die vorliegenden postoperativen perikardialen Verwachsungen mutmaßlich zu einer „Deckung“ der Perforation beigetragen und Schlimmeres verhindert.

Bilder (JPG, DCM, DICOM)

15:33 - 15:36

Vortrag (Case-Report)

Fraktur – zwischen Traumatologie und Onkologie

Robert Zeidler (Leipzig)

weitere Autoren

Nicolas Linder (Leipzig) / Hans-Jonas Meyer (Leipzig) / Suzanne Zeidler (Leipzig) / Jeanette Henkelmann (Leipzig)

Einleitung

Für die Unterscheidung traumatischer und pathologischer Frakturen ist die initiale radiologische Diagnostik für den weiteren Behandlungsverlauf entscheidend. Wegweisend sind unter anderem Anamnese und mottenfraßartige Osteoloyse (Lodwick 2–3) in der konventionellen Diagnostik, um Patienten zu identifizieren, die von einer weiteren Stufendiagnostik profitieren.

Amamnese

Die Zuweisung einer 83-jährigen Patientin in die Radiologie erfolgte über die Notaufnahme nach Sturz bei Glätte. Klinisch zeigte sich ein außenrotierter, verkürzter rechter Oberschenkel mit deutlich sichtbarer Stufenbildung. Die Röntgenaufnahme des Oberschenkels in 2 Ebenen wies eine glatt berandete, dislozierte Oberschenkelschaftfraktur mit Osteolysen im distalen Femur (Lodwick 3) auf. Im anschließenden CT wurde ein dringend malignitätssuspekter, tumoröser Prozess des Femurs mit mottenfraßartigen Osteolysen und Durchbruch in das angrenzende Kniegelenk festgestellt. Nach chirurgischer Versorgung mit Fixateur externe und Probenentnahme wurde ein PET zur Ausbreitungsdiagnostik durchgeführt, dass den Verdacht auf ein malignes Lymphom erhärtet; Es zeigten sich multiple Manifestationen: mediastinale Lymphknoten, ossär in Femur, Tibiae sowie Sternum und hepatisch. Histologisch wurde ein diffus-großzelliges high-grade Non-Hodgkin-Lymphom der B-Zellreihe gesichert. Nach Plattenosteosynthese des Femurs wurde die Patientin in onkologische Weiterbehandlung übergeben.

Diskussion

Entscheidend für den Behandlungsverlauf bei initialem Trauma war der konventionelle Befund der pathologischen Fraktur. Die Lodwick-Klassifikation führte zur erweiterten radiologischen Stufendiagnostik via CT, welches auf den hochmalignen Prozess schließen ließ. Differentialdiagnostisch waren unter anderem an ein Lymphom, multiples Myelom sowie einen primären Knochentumor und Metastasen zu denken. Das PET und die intraoperative Biopsie sicherten die Diagnose des Lymphoms.

Quellen

Mokry et al., Bildgebende Diagnostik von malignen Lymphomen. Der Radiologe 2020; 60:445-458

Bilder (JPG, DCM, DICOM)

15:36 - 15:39

Vortrag (Case-Report)

Autounfall mit schwerer Bauchwandverletzung

Daniel Vogele (Ulm)

weitere Autoren

Christopher Kloth (Ulm) / Lara Linderich (Ulm) / Nico Sollmann (Ulm) / Annika Beck (Ulm) / Andrea Formentini (Ulm) / Roland Albers (Ulm) / Markus Schultheiß (Ulm) / Daniel Vogele (Ulm)

Einleitung

Traumatische Verletzungsbeteiligungen der Bauchwand kommen in bis zu 9% aller stumpfen abdominellen Traumata vor [1]. Dem Pathomechanismus liegt eine plötzliche stumpfe Krafteinwirkung auf den Bauchraum zugrunde [2]. Die Druckerhöhung muss stark genug sein, um ein Zerreißen der Bauchwandmuskulatur und der Faszie zu bewirken, häufig vorliegend in Form von Scherkräften [2].

Amamnese

Wir berichten über einen 21-jährigen Patienten, der anamnestisch als Fahrer eines PKWs eingeschlafen war und dadurch mit einem LKW frontal kollidiert war. Im Schockraum wurde der Patient intubations- und katecholaminpflichtig. Klinisch zeigten sich eine Abwehrspannung bei prallem Abdomen sowie deutliche Prellmarken im Unterbauch. In der CT-Bildgebung zeigte sich eine komplette muskuläre Diskontinuität mit Verlagerung der Bauchwandmuskultur nach lateral (Abb. 1A). Angrenzende Luftperlen wurden als möglicher Hinweis auf eine assoziierte Perforation der beteiligten Darmabschnitte interpretiert (Abb. 1B). Darüber hinaus waren arterielle Kontrastmittelfahnen mit venösem Pooling des Kontrastmittels an mehreren Stellen des Mesenteriums abzugrenzen (Abb. 1C/D).

Diskussion

Traumatische Verletzungsbeteiligungen der Bauchwand liegt häufig eine Einschnürung durch den Sitzgurt im Rahmen des Unfallhergangs zugrunde. Bei vorhandenen Gurtmarken besteht ein signifikant höheres Risiko für schwere intraabdominelle Verletzungen [3]. Es kann als Komplikation abdomineller Einblutungen zu einem Kompartmentsyndrom kommen. Typischerweise ist der Dünndarm am häufigsten betroffen. Scherkräfte können Mesenterialeinrisse auslösen wie auch im oben beschriebenen Fall (Abb. 2).

Quellen

1. Steenburg SD et al. (2021) Traumatic abdominal wall injuries-a primer for radiologists. Emerg Radiol 28:361-371
2. Brett D et al. (2008) [Acute traumatic abdominal wall hernia after blunt abdominal trauma]. Unfallchirurg 111:361-364
3. Bachmann S et al. (2014) [Abdominal wall injury - risk of seat belt use]. Unfallchirurg 117:962-964

Bilder (JPG, DCM, DICOM)

15:39 - 15:50

Diskussion

Diskussion

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Fortbildungspunkte (CME) / Teilnahmebescheinigung

Alle wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen werden bei der Landesärztekammer (LÄK) Berlin zertifiziert. Die Landesärztekammer vergibt 1 CME-Punkt pro Lehreinheit (45 Minuten), somit rechnen wir mit der Vergabe von 2-CME Punkten pro 90 Minuten-Session.

Wenige Tage nach einem Live-Webinar erhalten Sie den Nachweis über Ihre Teilnahme per E-Mail. Darin werden auch die CME-Punkte ausgewiesen.

Bitte beachten Sie: Um Ihre Teilnahmedaten automatisch an die LÄK übermitteln zu können, benötigen wir Ihre Einheitliche Fortbildungsnummer (EFN). Diese können Sie bei Ihrem Mitgliedsantrag oder der Veranstaltungsanmeldung (Online-Anmeldeformular) angeben oder uns vor Teilnahme an den Webinaren per E-Mail an kongress@drg.de schicken.
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