102. Deutscher Röntgenkongress

Veranstaltung

Highlight: KI und Radiologie IV - Erfolgreiche Zusammenarbeit von Radiologie und Informatik

13
Mai

13. Mai 2021

Online12:00 - 13:00 Uhr  in Kalender übernehmen:   iCal  ·  Google

Veranstaltungsdetails

Referent
siehe Programmablauf
Veranstalter
Deutsche Röntgengesellschaft e.V.
Thema
Informationstechnologie
Zielgruppe
Fachärzte, Ärzte in Weiterbildung (AiW), Studenten, MTRA, Andere, Ingenieure / Naturwiss.

Qualitätsnachweise

1 CME-Punkte Kategorie A

Digitale Kinderbetreuung

Passgenaue digitale Kinderbetreuung auf dem 102. Deutschen Röntgenkongress

Bei KidsCircle.io finden Sie digitale und interaktive Betreuungen für Kinder von 4 bis 11 Jahren, die per Video-Konferenz angeboten werden. Buchen Sie parallel zu Ihrer Kongress-Veranstaltung eine Kinderbetreuung für bis zu 2 Stunden am Tag. Am Ende des Buchungsprozesses geben Sie einen Gutschein-Code ein und der Rabatt von 10 € wird automatisch abgezogen. Der Gutschein-Code erscheint hier, wenn Sie sich mit Ihren Kongress-Log-In-Daten eingeloggt haben. Zur Buchung gelangen Sie direkt über die Seite von KidsCircle.io. Sollten Sie Fragen zur Ihrer Buchung haben, wenden Sie sich einfach per E-Mail an: kongress@drg.de.

Herr Professor Forsting, was sind relevante Themen und Herausforderungen bei der Zusammenarbeit von Radiologie und Informatik?
Wir Mediziner:innen müssen uns zunächst darüber klarwerden, wo wir ein Problem haben. Auf Neudeutsch heißt das: Wo liegen unsere unmet needs? Diese müssen wir Informatiker:innen dann genau erklären und auch, wie in unserer vielleicht naiven Vorstellung die Problemlösung aussieht. Danach kommen die Informatiker:innen mit ihrer Expertise ins Spiel und versuchen, eine Lösung zu „bauen“. Ein Beispiel: Es gibt eine Software, die Blutungen im Gehirn erkennt. Das finde ich sensationell. Ehrlicherweise brauchen wir das aber gar nicht, denn ein:e Medizinstudent:in, der oder die das nicht erkennt, würde durch das Staatsexamen fallen. Was wir aber brauchen, ist eine Software, die erkennt, ob die Blutung größer wird und man eventuell operieren muss. Darüber kann man mit Informatiker:innen sprechen. Man kann dann gemeinsam nach einer Lösung suchen und überlegen, wie man an Daten gelangt, um einen entsprechenden Algorithmus zu trainieren.

Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Universitätsklinikum EssenProfessor Michael Forsting Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Universitätsklinikum Essen© DRG

Gibt es eine gemeinsame Sprache zwischen Radiologie und Informatik?
Ich glaube, man muss nicht anstreben, die gleiche Sprache zu sprechen. Ich fürchte, wenn Informatiker:innen anfangen, Medizin zu sprechen, wird das nicht gut. Umgekehrt bin ich bescheiden genug, um zu erkennen, dass ich nie eine Informatiker-Sprache sprechen kann. Es geht darum, auf beiden Seiten die Probleme zu verstehen. Informatikerinnen müssen verstehen, was  Mediziner:innen für ein Problem haben und ihnen Hinweise geben, wo sie diagnostische Informationen herbekommen. Wenn man lange genug zusammenarbeitet, wird es irgendwann einen Overlap geben. Wenn es die eine oder den anderen gibt, der in beiden Welten zuhause ist, ist das sehr gut. Und natürlich wollen wir Student:innen ausbilden und sie früh an die Methoden von KI oder Deep Learning heranführen - wohlwissend, dass es nur sehr wenige Ausnahmetalente geben wird, die beide Bereiche richtig gut können. Aber ich glaube nicht, dass alle Medizinstudent:innen Deep Learning können müssen. Wenn sie gute Ärzt:innen sind, werden sie einen Weg finden, mit Informatiker:innen so zu reden, dass diese helfen, Probleme zu lösen.

Sie haben 2020 das „Institut für KI in der Medizin“ in Essen gegründet. Welche Ziele verfolgen Sie damit?
In dem „Institut für KI in der Medizin“ arbeiten Mediziner:innen, Informatiker:innen, Physiker:innen und Mathematiker:innen zusammen. Wir fokussieren uns überwiegend auf das Feld der Diagnostik. Ich neige ja ein bisschen zur Übertreibung und nenne das gern „Super Diagnostic“, die wir im IKIM betreiben. Im Institut geht es nicht nur um Radiologie, sondern auch um verwandte Fächer in der Diagnostik wie Labormedizin, Mikrobiologie, Pathologie, Genetik und molekulare Aspekte der Diagnostik. Denn es ist so: Wir als Radiolog:innen sind sehr wichtig, keine Frage. Aber es gibt natürlich auch andere Disziplinen, die zur Diagnostik von Erkrankungen beitragen. Oft ist das Zusammenspiel verschiedener diagnostischer Informationen entscheidend für die Therapie, die man wählt, und für die gesundheitlichen Prognosen. Wenn wir etwa die Krankheit Brustkrebs nehmen, sind wir Radiologen, so kann man es sagen, beim Stellen von Diagnosen an vorderster Front, etwa mit der Mammographie oder dem MR. Das ist aber nur ein Puzzlestück. Denn um Patientinnen - meistens sind es ja Frauen - richtig behandeln zu können, braucht man auch genetische und molekulare Information. Die verschiedenen Daten müssen wir zusammenfügen, was mit Algorithmen schneller und sicherer funktioniert. Um eben das zu gewährleisten, haben wir das IKIM gegründet. Dort werden wir in den ersten Schritten versuchen, Super Diagnostic aufzubauen. Wir wollen diagnostische Disziplinen und Informationen so zueinander bringen, dass wir am Ende schneller und sicherer die richtigen Diagnosen stellen können.

Könnten Sie uns weitere Bereiche nennen, in denen die Zusammenarbeit von Radiologie und Informatik umgesetzt wird?
Eine Applikation, die bei uns seit Jahren läuft, ist die Knochenalter-Bestimmung. Dabei wird etwa das Handskelett eines Kindes geröntgt, unter verschiedenen Fragestellungen. Einmal wird nach der Antwort auf die Frage nach dem Alter eines Kindes gesucht. Es gibt ja durchaus Menschen, die sehen aus wie 21 Jahre, sagen aber, dass sie 14 Jahre alt sind. Meistens hat das einen kriminellen Hintergrund. Aber es gibt auch Eltern, die sagen: Unser Junge ist immer der Größte in der Klasse, wir wollen wissen, wie groß er wird. Beides lässt sich anhand der Knochenkerne am Handskelett sehr gut diagnostizieren. Mit unserer Applikation konnten wir solche Arbeiten komplett automatisieren. Das ist auch gelungen, weil es eine sehr häufige Untersuchung ist und damit viele Daten vorliegen. Der Computer rechnet im jeweiligen Fall also mit einem Deep Learning Algorithmus und gibt das Ergebnis aus.

Die Zusammenarbeit zwischen Mediziner:innen und Informatiker:innen hat bei der Entwicklung des Algorithmus in etwa so ausgesehen: Man hat aus den Tausenden Bildern von Kinderhänden, die im PACS-System vorhanden waren und bei denen man wusste, wie alt die Kinder jeweils sind, gewissermaßen ein Normkollektiv geschaffen. Daraus wurde der Algorithmus entwickelt. Das witzige war: Als der Algorithmus fertig war, haben wir eher zufällig entdeckt, dass er auch sagen kann, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Das macht auch Sinn, denn möglicherweise haben Männer vielleicht etwas kräftigere Unterarme als Frauen. Aber Radiolog:innen können nie sagen, ob es sich um die Hand eines Mädchens oder eines Jungen handelt. Der Algorithmus kann das, weil er offenbar ein Muster erkannt hat, das uns bislang verborgen ist. Es ist interessant, dass mit der KI plötzlich Informationen aufkommen, die bisher für uns im Röntgenbild versteckt waren.

Ablauf

Einloggen ist ab 11:50 Uhr möglich.

Moderation: Andreas Bucher, Frankfurt/Main / Daniel Pinto dos Santos, Köln

12:00 - 12:05 Uhr
Begrüßung
Andreas Bucher, Frankfurt am Main / Daniel Pinto dos Santos, Köln
12:05 - 12:10 Uhr
Zusammenarbeit von Radiologie und Informatik
Heinz-Peter Schlemmer / Klaus Maier-Hein, DKFZ Heidelberg
12:10 - 12:15 Uhr
Zusammenarbeit von Radiologie und Informatik
Rickmer Braren / Daniel Rückert, TUM München
12:15 - 12:20 Uhr
Zusammenarbeit von Radiologie und Informatik
Michael Forsting / Jens Kleesiek, UK Essen
12:20 - 13:00 Uhr
Diskussion mit allen Vortragenden

Kontakt

kongress@drg.de
Tel.: 030 - 916 070 66
Dagmara Bruchalska
Merle Bachmann
Maren Bastian

Häufige Fragen

Erst anmelden, dann teilnehmen!

Sie interessieren sich für ein Röntgenkongress-Webinar? Dann melden Sie sich bitte bis spätestens 24 Stunden vor Beginn der Veranstaltung einmalig für den 102. Deutschen Röntgenkongress an, damit wir Sie rechtzeitig für alle Angebote freischalten können.

Wenn Ihr Arbeitgeber eine Gruppenanmeldung vorgenommen hat, müssen Sie sich mit einem Anmelde-Code, den Sie vom Arbeitgeber erhalten, für die Teilnahme einmalig anmelden. Mit Eingabe des Codes ist die Anmeldung für Sie kostenfrei.

Alle Informationen erhalten Sie unter Anmeldung bzw. unter Gruppenanmeldung.

Teilnahme an Röntgenkongress-Webinaren

Bitte beachten Sie, dass Sie sich für jedes Webinar separat einloggen müssen.
Bei jeder Veranstaltung finden Sie ca. 10 Tage vor dem Termin oben rechts einen grünen Button "Teilnehmen".

Jetzt teilnehmen!
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Es ist nicht mehr erforderlich, dass Sie im Vorfeld einen Link anfordern!

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Teilnahme an Röntgenkongress-Industrie-Webinaren

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Wenn Sie Kongress-TeilnehmerIn und bereits eingeloggt sind, erhalten Sie umgehend eine Bestätigung für die Vormerkung zur Teilnahme am Webinar, und wenn das Webinar innerhalb der nächsten zehn Minuten startet, oder bereits begonnen hat, werden Sie direkt in das Webinar geleitet.

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Wenn Sie sich für die Teilnahme vorgemerkt haben, kehren Sie kurz vor Beginn der Veranstaltung zurück, klicken Sie auf den "Teilnehmen"-Button oder falls Sie bereits eingeloggt sind auf den "Zum Webinar"-Button.

Wenn Sie kein Kongress-TeilnehmerIn sind, haben Sie die Möglichkeit an unseren Industrie-Veranstaltungen kostenfrei als Gast teilzunehmen. Hierzu können Sie ab ca. 10 Minuten vor Beginn der Veranstaltung, unter Angabe Ihres vollständigen Namens sowie Ihrer E-Mail-Adresse teilnehmen.

Aufzeichnungen der Webinare auf conrad, der interaktiven Lernplattform der DRG

Zugriff auf die Aufzeichnungen der Webinare auf conrad, der interaktiven Lernplattform der DRG, ist ausschließlich den DRG-/VMTB-Mitgliedern vorbehalten. Die Verfügbarkeit einer Webinar-Aufzeichnung wird nicht garantiert. Voraussetzung ist die Zustimmung der Referentin/des Referenten. Alle Aufzeichnungen werden bis zum 31.12.2023 abrufbar sein.

Möchten Sie als Nicht-Mitglied auch im Anschluss die Webinar-Aufzeichnungen ansehen, so ist der Abschluss einer DRG-/VMTB-Mitgliedschaft erforderlich. Nutzen Sie zugleich alle weiteren Vorteile und werden Sie jetzt Mitglied in der DRG!

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Fortbildungspunkte (CME) / Teilnahmebescheinigung

Alle wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen werden bei der Landesärztekammer (LÄK) Berlin zertifiziert. Die Landesärztekammer vergibt 1 CME-Punkt pro Lehreinheit (45 Minuten), somit rechnen wir mit der Vergabe von 2-CME Punkten pro 90 Minuten-Session.

Wenige Tage nach einem Live-Webinar erhalten Sie den Nachweis über Ihre Teilnahme per E-Mail. Darin werden auch die CME-Punkte ausgewiesen.

Bitte beachten Sie: Um Ihre Teilnahmedaten automatisch an die LÄK übermitteln zu können, benötigen wir Ihre Einheitliche Fortbildungsnummer (EFN). Diese können Sie bei Ihrem Mitgliedsantrag oder der Veranstaltungsanmeldung (Online-Anmeldeformular) angeben oder uns vor Teilnahme an den Webinaren per E-Mail an kongress@drg.de schicken.
Die automatische Übermittlung erfolgt ab dem Zeitpunkt des Vorliegens der EFN. Für zurückliegende Teilnahmebescheinigungen müssen Sie diese selbstständig bei der LÄK einreichen. Liegt uns Ihre EFN nicht vor, müssen Sie Ihre Teilnahmebescheinigung bei der zuständigen LÄK, bei der Ihr Fortbildungspunktekonto geführt wird, selbstständig einreichen.

CME-Punkte werden nur für Live-Webinare, jedoch nicht für das Ansehen der Aufzeichnungen auf conrad, der interaktiven Lernplattform der DRG, vergeben.